
Nach vier Jahren wagten wir wieder einmal einen Sprung über die Grenze nach Frankreich. Orpierre im Departement Hautes Alpes war unser Ziel. Unter den Sportkletterern ist Orpierre im Moment das trendige Klettergebiet.
Mitten in der Nacht versammelten wir uns in Reinach. In zwei Bussen, die von der Peka und der AAW zur Verfügung gestellt wurden, fuhren wir unseren Kletterträumen entgegen. Am frühen Morgen kommen wir in Eguyans an. Natürlich haben wir Hunger und möchten mit etwas Kaffee wieder auf Touren kommen. Doch der erste Wirt will uns gar nicht reinlassen, er öffne erst um neun Uhr, und uns würde er sowieso nicht bedienen. Im nächsten Restaurant hatte es zuwenig Tassen. Wieder nichts. In der nächsten grösseren Stadt, Laragne, kamen wir endlich zu unserem Kaffee.
In Orpierre deponierten wir das Gepäck in unserer Unterkunft und machten uns sogleich auf den Weg in den Klettergarten. Es war heiss. Trotzdem kletterten alle mindestens eine Route. Nach dieser Hitze freute man sich natürlich auf ein kühles Bad. Schnurstracks zielte die Mannschaft auf die Badi zu. Dort wurden sie aber mit der Realität der französischen Gesetzgebung konfrontiert: Eintritt nur mit "slip de bain"! Shorts waren nicht erlaubt! Unsere modebewussten Jungs hatten natürlich alle Shorts. Dank diesem Gesetz entdeckten wir dafür einen schönen Stausee, wo wir uns jeweils am späteren Nachmittag abkühlen konnten. Daneben hatte es genügend Platz zum Volleyball oder Indiaca spielen.
Wir besuchten die verschiedensten Klettergärten in Orpierre. Es hatte wirklich für alle etwas: Für den Anfänger hatte es einfache Routen im 3. bis 4. Schwierig- keitsgrad, die Fortgeschrittenen konnten sich im 6. Schwierigkeitsgrad austoben und die Profis fanden ihr Mekka in den Überhängen im Sektor Château, wo Routen gezogen wurden bis zum französischen Grad 7b+ (UIAA 8+/9-). Am Morgen war es noch angenehm, gegen Mittag wurde es aber immer heisser. Es wurde Zeit, sich in den Schatten zurückzuziehen. Nach der Mittagspause kam regelmässig ein Wind auf, der für die nötige Kühlung sorgte.
Um etwas Abwechslung ins Baden zu bringen, besuchten wir eine schöne Schlucht. Der Bach stürzte sich über Felsen in ein tiefes Becken. Wir taten es dem Bach gleich und sprangen ebenfalls aus einigen Metern Höhe in das kalte Wasser. Weiter unten zwang sich der Bach durch die Felsen und formte so eine Rutschbahn. Wir vergnügten uns den halben Tag dort. Geklettert wurde nach dieser Erfrischung auch noch, allerdings in Orpierre.
Am Freitag mussten wir wieder die Heimreise antreten. Eine wunderschöne Woche mit tollen Leuten fand damit ihr Ende. An dieser Stelle sei allen gedankt: Unserem bewährten Bergführer Wisi, unserer Kochequipe Paul und Trix, unseren Fahrern und Autobeschaffer Jos und Beni, den Autosponsoren Peka und AAW. Trotz Warnungen wegen der Hitze fuhren wir in dieses Klettermekka. Und ich würde es wieder machen: Die Hitze ist noch erträglich, aber es hat viel weniger Leute als im Frühling oder im Herbst.