Klettertouren

Skitouren im Meiental

von Urs

Skitouren im Meiental? Tönt nicht besonders spektakulär. Wenn man aber zur Osterzeit in ein Gebiet möchte, das nicht überlaufen ist, muss man dahin (natürlich jetzt nicht alle zusammen!). Ausgeheckt hat die Touren Beat Wüthrich. Man fährt von Wassen her die Sustenpassstrasse hinauf bis zum Fahrverbot, das gewöhnlich nach dem letzten Haus steht. Von dort nimmt man den Winterweg in die Sewenhütte. Wir bestiegen am ersten Tag das Rotbärgli. Tönt härzig, und ist es auch. Zuerst muss allerdings ein sehr steiler Hang überwunden werden. Die Tour ist weder in einem SAC-Führer noch auf einer Skitourenkarte. Man kann also ziemlich sicher sein, dass man alleine diesen Berg besteigt. Die letzten paar Meter müssen noch geklettert werden.
Die Sewenhütte war Ende März noch nicht bewartet. Am nächsten Tag überschritten wir den Bächenstock (3008 müM). Diese Tour ist wesentlich häufiger begangen. Startet man von der Sewenhütte aus, ist man den Tagesausflüglern vom Tal eine Nasenlänge voraus.
Aufstieg zur Sewenhütte
Aufstieg zur Sewenhütte
Auf dem Gipfel des Bächetenstockes
Auf dem Gipfel des Bächenstockes
Abstieg vom Bächetenstockes
Abstieg vom Bächenstock
Vom Bächenstock kann man gleich weiter zur Zwächten. Dieser Berg wird auch von der Kröntenhütte aus bestiegen. Durch ein steiles Couloir westwärts fährt man wieder hinunter. Nach dem steilen Stück folgt man dem Tal südwärts zur Passstrasse. Wir nahmen anschliessend den Weg zur Sustenhüttli unter die Felle. Der Weg ist Geschmackssache, man kann, gute Bindung vorausgesetzt (keine Dynafit, jedenfalls nicht mit meiner), ziemlich direkt den Sommerweg hoch durch das Erlengestrüpp. Der weitere, aber angenehmere Weg führt am Sustenbrüggli vorbei. An diesem Tag absolvierten wir gegen 1800 Höhenmeter.
Das Sustenhüttli war bewartet von Brigitte und Giorgio. Und nicht ausgebucht! Man konnte also sicher sein, einen sehr gemütlichen Hüttenabend zu verbringen, bestens bewirtet vom Hüttenwartehepaar.
Aufstieg zum Grassen
Aufstieg zum Grassen
Ausblick vom Rastplatz
Ausblick vom Rastplatz
Auf dem Gipfel des Grassen
Auf dem Gipfel des Grassen
Am nächsten Tag starteten wir bei stahlblauem Himmel zum Grassen. Der Aufstieg ist einfach. Nach dem Grassensattel quert man ungefährt einen Kilometer nach links und erreicht dann den Gipfel. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf die Berner, Urner und anderen Alpen. Gleich gegenüber baut sich mächtig der Titlis auf. Seine senkrechte Felswand steht im Kontrast zu seiner vergletscherten und erschlossenen Nordseite. Trotzdem sahen wir noch Personen, die vom Titlis das Südwandcouloir hinunterfuhren. Gleich zu unseren Füssen liegt das Grassenbiwak, das sehr romantisch sein soll für zwei Personen. Der Höhepunkt kam allerdings erst noch: Die absolut geniale Sulzabfahrt zur Hütte und zur Strasse hinunter.
Wir genossen drei unvergessliche Tage im Urnerland ohne Rummel, und das an Ostern.

Infos zur Tour

Angaben per Ende März

Anfahrt: Über Wassen das Meiental hoch, bis es nicht mehr weitergeht (im Normalfall beginnt dort auch der Winterweg zur Sewenhütte.
Karten: 1211 Meiental, 1192 Schächental
Hütten: Sustlihütte (Tel. 041 885 17 57 oder bei Giorgio und Brigitte Ruele privat 041 711 58 43), Sewenhütte (Tel. 041 885 18 72). Die Sewenhütte war nicht bewartet.
Mögliche Touren: Grassen, Wasenhorn, Gross Spannort, Zwächten, Bächenstock, Rot Bärgli

 

Fotos Osterskitouren 2002