Sardinienvon UrsEigentlich wollten wir die ganze Insel bereisen, von Klettergebiet zu Klettergebiet ziehen. Als wir aber in Cala Gonone landeten, sahen wir keinen Grund mehr zum weiterziehen. Dort gibt es so viel zum Klettern, dass wir noch nicht jeden Klettergarten besuchen konnten. Am ersten Tag wanderten wir dem Meer entlang in die Bucht Cala Fuili, jedoch ohne Kletterzeug. Auf dem Bild sieht man diese Bucht, aber glaubt mir, das Wasser ist noch viel schöner in der Realität! Am nächsten Tag starteten wir mit dem Klettern im Sektor "La Poltrona". Dabei handelt es sich um Platten, wie man sie etwa vom Mattstock her kennt. Es gibt rund 50 Routen von 5a bis 7b+. Wer Reibungsplatten mag, ist hier bestens aufgehoben. Wir flüchteten aber vor der Sonne und den Leuten in den nächsten Klettergarten: "I Tornanti". Dieser Klettergarten hat den Vorteil, dass man dort immer schattige Routen findet. Zum Teil sind die Routen nur etwas lange Boulder (ca. 7 Meter hoch). Die Schwierigkeiten beginnen bei 6a.Der nächste Klettergarten, den wir am nächsten Tag ansteuerten, war "Biddiriscottai". Und was für ein Klettergarten! In der riesigen Grotte gibt es auch relativ einfache Klettereien ab 5b, die bis unter das Dach führen. Hier kann auch bei Regen geklettert werden (was es ja aber nie tut, zumindest solange wir dort sind). Riesige Überhänge lassen das Herz des Hardmovers höher schlagen. Grossgriffige, mega überhängende Routen erwarten ihn dort. Es ist von Vorteil, wenn man in einer Gruppe dort klettert, dann kann jemand tolle Fotos machen.
Das letzte Klettergebiet, das wir aufsuchten, war Cala Luna. Ein wunderschöner, schneeweisser, halbmondförmiger Strand erwartet den Kletterer, wenn er mit dem Schiff anreist. Die Klettergebiete befinden sich links und rechts des Strandes. Am hohen Pfeiler sind eher die einfacheren Routen (zwischen 5b und 6c). Eine Route führt über drei Seillängen auf den Pfeiler hinauf. Der Fels ist messerscharf. Gleich am Strand sind die härteren Touren. Dort ist man ab 6b dabei. Es dominiert überhängende Kletterei, Muckis sind also gefragt (nebst einer perfekten Technik natürlich!). Die Routen sind zum Teil in Grotten und liegen bald einmal im Schatten. Für mehr haben unsere Ferien leider nicht gereicht, aber man kann ja das nächste Mal weiterfahren... InformationenAnreiseAm besten mit dem Auto nach Genua fahren, dort nimmt man die Nachtfähre nach Olbia. Am nächsten Morgen um acht Uhr legt diese dort an.KlettergebieteWie gesagt kennen wir erst ein paar Gebiete um Cala Gonone. Die ganze Insel ist jedoch übersät mit Klettermöglichkeiten. Einen Überblick verschafft der Führer von Maurizio Oviglia: Pietra di Luna - Guida all'Arrampicata sportiva in Sardegna (1995). Erhältlich ist er u.a. bei Piz Buch & Berg. Von der Gegend um Cala Gonone ist vom selben Autor ein brandaktueller Führer erhätlich. Ich weiss nicht, ob es diesen in der Schweiz gibt, aber man kann in vor Ort am Kiosk kaufen.UnterkunftEs gibt einen Zeltplatz in Cala Gonone. Wir haben in einem **-Hotel übernachtet (Doppelzimmer für 99'000 Lire). |